Liebe Alsheimerinnen und Alsheimer,

momentan wird von vielen Familien aber auch KiTa-Betreuern und Lehrern unglaubliches geleistet,
um den derzeitigen Rahmenbedingungen gerecht werden zu können. Was bedeutet das aber genau? Wie muss man sich das vorstellen? Leider wurden in den letzten Tagen in vielen politischen Diskussionen und Gesprächen die ganz Kleinen außen vorgelassen. Es gilt immer noch der 4-Stufen-Plan und ab dem 20.05.2020 wird es wohl erste Versuche geben, langsam wieder in den Regelbetrieb zu kommen. Aber der Preis, den die jungen Familien derzeit zahlen müssen, ist unglaublich hoch. Die Home-Office-Eltern sind über eine schon sehr lange Zeit Betreuer, Erzieher, Lehrer und natürlich auch „Entertainer“ von gestressten und überforderten Home-Schooling-Kindern. Aus der Doppelbelastung wird sogar oftmals eine Dreifach-Belastung, weil viele Großeltern als Risikogruppe nicht unterstützen können, sondern eigentlich Unterstützung brauchen. Und es fehlen sowohl den Eltern als auch den Kindern die so wichtigen sozialen Kontakte. Die Freunde, mit denen man sich austauschen und vielleicht auch mal Frust ablassen kann. Alle sind am mentalen Limit, alle haben Bedarf und keinem kann man momentan gerecht werden. Nicht davon zu sprechen, dass Home-Office nicht nur „Home“ bedeutet ... sondern auch „Office“. Die Arbeitszeit muss geleistet werden, unter schwierigsten Bedingungen und manchmal zu unmöglichen Arbeitszeiten.  Es gibt schon Hotels, die die Zimmer stundenweise vermieten, um ungestörtes Home-Office zu ermöglichen. Solche seltsamen Blüten treibt die Corona-Pandemie. Bewundernswert ist auch der Einsatz der Kinder-Tagesstätten und der Schulen. Mit unermüdlichem Einsatz wird versucht, den Kontakt aufrecht zu erhalten und Lernstoff auf neuen, ungewohnten Wegen zu vermitteln. Unsere beiden KiTas nutzen die engen Rahmenbedingungen d es Notbetriebs (10 Kinder pro Gruppe) mit viel Fleiß und Organisationstalent aus, um möglichst vielen Familien gerecht werden zu können und Entlastung zu schaffen. Der  Ältestenrat  und  der  Gemeindeverwaltung  haben  sich  in  einer Sondersitzung lange über dieses Thema ausgetauscht. Die Gemeinde ist kein Träger einer KiTa oder der Schule und trotzdem sehen wir uns natürlich in der Verantwortung, zu unterstützen. Viele Telefonate und Gespräche mit Behörden und Ämtern haben allerdings zu einem ernüchternden Ergebnis geführt. Die Gemeinde kann nicht einfach Personal verpflichten oder Räumlichkeiten zur Verfügung stellen.
Die Vorschriften und Rahmenbedingungen sind für die Ortsgemeinde nicht darstellbar. Unsere guten Ideen können wir nicht umsetzen ...  und das ist auch für uns frustrierend. Zumindest können wir versuchen, die dann noch anstehenden Schulferien mit möglichst attraktiven Ferienspielen zu gestalten. Die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat sind für jede Anregung dankbar. Wenn ein Vorschlag umsetzbar ist, setzen wir Alles daran, die jungen Familien in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Bitte meldet Euch unter info@alsheim.de oder ruft im Rathaus an.
Die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat wünschen Ihnen weiterhin Kraft und Geduld ... und bleiben Sie gesund!


Ihr
Robert Kolig
Ortsbürgermeister